Die Stille auf dem Weg

Natürlich kann man seinen Ausflug an den Strand auch mit einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor machen, aber irgendwie passt zu der dortigen Ruhe ein Elektrofahrzeug wesentlich besser.

Und wenn man schon bei der Anfahrt das Rauschen des Meeres hören kann hat das ja auch was. 😉

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Wie man angefixt werden kann…

Benedikt hat seinen Leaf bekommen und somit musste der Leihwagen wieder nach Hamburg. Und es begab sich, dass ich den Leihwagen in Form des Hyundai Ioniq mit „volle Hütte Ausstattung“ von Rostock nach Hamburg fahren durfte. Die Frage „Möchtest du…?“ war via Messenger kaum zugestellt und ich hatte diese schon in Fett und Kursiv und Sofort mit „Ja, klar“ beantwortet. Ok, auch Übertreibung ist ein Stilmittel.
Ich hab mich gefreut wie ein Schneekönig, denn vom bloßen Mitfahren in einem Tesla Modell S wusste ich, das wird auf jeden Fall spannend.

Selbst bin ich vorgeschädigt, fahre seit einigen Jahren einen Hybriden von Toyota aus Überzeugung. Keinen Prius, der ist mir einfach zu teuer, es ist ein Auris HSD zweiter Generation, und ich bin eigentlich noch immer sehr überzeugt vom Konzept. Um das kurz fest zu halten: Hybride von Toyota überzeugen mich, was derweil andere Hersteller in diesem Segment versuchten nehme ich nicht ernst, da gibt es konzeptionell schon gravierende Unterschiede…aber das führt zu weit und ich muss jetzt die Kurve bekommen.

Also, ich konnte erstmals eigenständig ein E-Auto fahren, so ein sagenumwobenes Ding, wo hinten nix an Abgasen rauskommt, der surrt einfach durch die Gegend. Wie manch anderer Teutone hierzulande hatte ich so meine Bedenken, da war ja was mit der Reichweite, und Ladesäulen hat außer Tesla auch noch keiner so wirklich über hiesige Gefilde gestreut. Will sagen, auch wenn ich durchaus auf Benedikt und seine Planung zur Tour vertraute – irgendwo grübelte ich dann doch. Auch die Ansage „Lass uns mal für Wismar einen Ladestopp planen, du willst den sicher auch mal treten“ war so, nun ja… ich grübelte eben.
Das Problem war nicht, dass ich was Elektrisches fahren würde – als Hybrid Fahrer kenne ich das zumindest schon im Ansatz – aber da sichert ein schnöder Saugmotor die Reichweite. Beim E-Auto? Welches auch noch gerade 28kWh im Akku hat und dann damit, höchst theoretisch, auf irgendwie 200km Reichweite kommt?

Egal, es ging an einem sommerlichen Donnerstagnachmittag los. Einweisung von Benedikt, Schalterchen hier, Funktionen da, ab dafür…

Erstes Stück war Land- und Bundesstraße, und nachdem man sich in so einem neuen Wagen erstmal eingerichtet hat – ihr kennt das, Spiegel richten und den Sitz anpassen und genießen – da konzentrierte ich mich auf das Auto selbst und das Fahren.
Hey! Sparsam fahren ist eine Sache, die zelebriert man als Hybrid-Pilot, also nehme man das an Wissen, was man daher hat. Möglichst viel gleiten, „Gas“ möglichst pulsen und wenn irgend geht, dann die Rekuperation nutzen um Energie in den Akku zu pumpen. Und was will man sagen? Es dauert keine 10km und man ist quasi eingegroovt und ab hier macht das Fahren nur noch einen Heidenspaß. Wobei man eben diesen Spaß durchaus definieren sollte: Es geht plötzlich nicht mehr darum irgendwie möglichst mit Bums voranzukommen, man wird vollständig entschleunigt!

Und diese Entschleunigung setzte sich bei mir nahtlos von der Land- und Bundesstraße auf die Autobahn fort. Ok, ja klar, erstmal war da „Oh Yes! A20!, Feuer frei!“ Und ich hab den Ioniq mit Kickdown beschleunigt. Irre! Das Ding zog ab und mir glatt die Falten aus dem, ich sag mal, Gesicht 😉
Aber der Schreck folgte sofort, denn von den angezeigten 170km Reichweite waren plötzlich nur noch 90km übrig! Ich dachte nur ok, Wismar schaffen wir, aber ich bremste mich ein und das das Auto auf 130km/h. Das dabei für mich völlig Neue: Diese Geschwindigkeit ging mir nicht auf den Keks. Nochmal ein „Irre!“. Denn normal ist die A20 für mich, trotz aller guten Vorsätze und der „Hybrid Piloten Ehre“ eine Rennstrecke. Da bin ich ein typischer deutscher Autofahrer, wenn möglich, dann Gummi, so schnell wird der Tank schon nicht leer sein…

Der Ioniq schaffte auf der Autobahn etwas, was Toyota mit dem Hybrid bei mir nie hinbekommen hatte: Ich konnte entspannt, wirklich tiefenentspannt, mit ca. 130km/h Richtgeschwindigkeit in aller Seelenruhe dahingleiten. Einfach den Abstandstempomaten rein drücken und das Auto machen lassen. Für mich war das etwas wirklich neues! Es war im Auto ruhig, herrlich ruhig und man kann sich kaum vorstellen wie entspannend das ist. Warum also hektisch die Spuren kreuzen?

Wirklich gestaunt habe ich auf einem Teilstück der A1, Benedikt vor mir und vor ihm so ein Wohnwagengespann, ihr kennt das, typischer Mittelspurpenner eben.

– Ich muss kurz erklären, wir waren irgendwo um Hamburg Reinfeld an einer Schnellladestaion um die Autos nochmal auf 97% zu laden. Warum nicht 100 Prozent? Ich habe gelernt, dass dies am Schnelllader nicht ohne weiteres an Wartezeit möglich ist, weil ab 97% der Ladestrom rapide gesenkt wird. Kennt man eigentlich vom Smartphone und von der E-Dampfe, beim E Auto lernt man das dann eben neu. Wir hatten uns dort eine halbe Stunde Zeit genommen, sind eingekehrt beim Gasthaus zum goldenen M und Benedikt wollte den Ioniq mit möglichst vollem Akku in Hamburg abgeben. Also fuhren wir ab dort Kolonne. –

Also, mittlere Spur, Wohnwagengespann mit gerade so 110km/h voraus, eine Situation, in der ich normal völlig austicken würde. Nicht so Benedikt, auch der Leaf hat einen Tempomaten mit Abstandsregelung, und mit diesem klebte er hinter dem Gespann und ich entsprechend dahinter.
Und? Es kratzte mich null! Entspannt und in aller Seelenruhe sitze ich im gekühlten Sitz, lasse das Auto machen und genieße dabei die absolute Ruhe. Es vibriert nix, es dröhnt nix, ich schaue nicht hektisch in Rückspiegel und auf den Tacho (logisch, nach mittlerer Spur kommt ganz links und da ist man mit einem Hybrid auch schnell an der Grenze zum Hindernis, gibt ja genug Vertreter, die ihre Karossen auf 250km/h und mehr jubeln müssen), ich fahre einfach. Das war schon sehr interessant für mich.

Noch ein Eindruck, der sich eingebrannt hat, war ein Stau in Hamburg selbst. Baustelle und nix geht, weil da auch noch Ampel an Ampel war. Tatsächlich war es so ruhig im Hyundai, dass ich etwas gelangweilt war und mir einfiel, dass ich unbedingt noch Apple CarPlay ausprobieren wollte. Und überhaupt, das Radio gefiel mir vom Klang her auch nicht so recht, trotz DAB+.
Also, das Spielkind in mir erwachte, ich fummelte los auf dem Display, war dann in meiner Musikmediathek gelandet…und drückte Play.
Es muss ein Bild für die Umstehenden gewesen sein! Ich im Auto faktisch erstarrt, beim Leaf vor mir ging das Fenster runter und Benedikt streckte seinen Daumen heraus und die Anlage im Ioniq machte Sound der Extraklasse. Für mich und ebenso für die umstehenden Fahrzeuge.
Wenn mich nicht schon das Fahren selbst so beeindruckt hätte, ab diesem Punkt spätestens wäre ich total, Achtung Flachwitz, elektrisiert gewesen. Ich bin so ein Hifi-Nerd, und mit sowas kann man mich eben kriegen…ich hatte da ganz dicke Gänsepickel auf der Haut.

Es gab noch viele Kleinigkeiten und Eindrücke, ich kürze es jetzt aber ab.

Ich weiß noch sehr gut, wie ich vor Jahren überlegte und rechnete und das Internet durchforstete. So ein Hybrid, macht der Sinn, ist der praktikabel, spart der gar Geld? Ehrlicherweise denke ich erst an mein Portemonnaie, dann auch mal an die Umwelt. Damals hab ich mir die Entscheidung nicht leicht gemacht, zudem gab und gibt es genug Vorurteile. Schlussendlich wurde es ein Hybrid von Toyota und seither fahre ich so etwas mit tiefer Überzeugung. Das Konzept funktioniert einfach.
Und so hätte es noch Jahre weitergehen können, wäre da nicht diese Überführung eines Hyundai Ioniq von Rostock nach Hamburg gewesen. Seither tickert es wieder in mir, ich durchsuche das Netz und sammle nun Informationen zu E Autos und zur Infrastruktur drum herum. Wo stehen Ladestationen, wie könnte man längere Touren machen und wie lange würde das dauern und so weiter. Kurz, ich bin angefixt!

Ehrlicherweise bin ich zumindest noch bei den möglichen Reichweite skeptisch, ich muss auch mal schnell von Rostock nach Hamburg oder Berlin und am selben Tag zurück. Da würde ich aktuell mit Leaf oder Ioniq noch nicht klar kommen. Ich sehe aber den aktuellen Stand und denke, da wird in den nächsten Jahren deutlich was nach vorne gehen. Sagen wir, noch einen Hybriden vielleicht, für vier Jahre, aber dann hab ich wahrscheinlich keine Ausrede mehr…

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Der Leaf ist da!

Die Nachfrage nach bezahlbaren Elektroautos ist hoch! So hoch, dass die Lieferzeiten manchen erschrecken werden. Bestellt am 19.12.2017 wurde er 8 Monate später nun geliefert:

Der Nissan Leaf vor klassischer Kulisse

Am ersten Tag durfte ich ihn auch gleich kräftig einfahren – der geliehene Ioniq wollte nach Hamburg zurück gebracht werden und so bekam der Leaf an seinem ersten Tag gleich knappe 500km auf die Uhr.

Mit der Lieferung des Leaf wurde nun auch das letzte Fahrzeug mit Verbrennungsmotor im Haushalt ersetzt. Wir werden berichten, falls wir den Verbrennungsantrieb irgendwann mal vermissen sollten. Bisher rechnet damit niemand!

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E-Roller – ideal für die kurzen Wege

Seit zwei Monaten fahre ich – bei gutem Wetter, von dem wir in diesem Sommer ja satt haben – mit einem Elektroroller zur Arbeit. Es handelt sich um einen NIU N1S mit einem Bosch-Motor und einem Akku mit 29Ah Kapazität. Die realistische Reichweite liegt beim dauerhaften Nutzen der dritten Fahrstufe (maximal 45km/h) ungefähr bei 40 bis 50 Kilometern, was bei einer Strecke von 26 Km zur Arbeit und zurück vollkommen ausreicht und sogar noch einen Abstecher nach Feierabend an den Strand erlaubt. Beim gemächlichen Cruisen in Fahrstufe 2 (bis ca. 30km/h) wäre die Reichweite nochmal ein ganzes Stück höher, aber für’s (zu) langsame Fahren bin ich irgendwie nicht zu haben. 😉

Das Aufladen ist aber gar kein Problem: Der Lithium-Ionen-Akku lässt sich ganz einfach herausnehmen und zuhause an der Steckdose laden – und ist nach spätestens 6 Stunden wieder voll.

Das Schöne am elektrischen Fahren ist natürlich die Abwesenheit jeglichen Motorengeräuschs – um schnarchigen Radfahrern vor mir den Herzinfarkt zu ersparen habe ich mir extra noch eine Fahrradklingel montiert – und der extreme Anzug beim Losfahren: Selbst die größten PS-Protze lässt man beim Anfahren an der Ampel einfach stehen. Gut, nach zwanzig Metern schluckt man deren Auspuffabgase, aber die verwirrten Gesichter, wenn die Kiste pfeilschnell losrollert, ist das wert.

Wer mehr über die verbaute Technik wissen will schaut auf der Webseite nach – wobei das wichtigste Feature dort allerdings gar nicht erwähnt wird: Der – anfangs sehr belächelte – Tempomat… 😉

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Leihen mit Überraschungen

Das alte Auto in Berlin verkaufen, dann mit dem Zug nach Hamburg um sich den Leihwagen abzuholen – das klingt nach einer entspannten Sache. Wäre es auch, wenn da nicht das Wetter wäre, der Todfeind der Bahn… 50 Kilometer vor Hamburg geht nämlich nichts mehr, Oberleitungsschaden durch Unwetter, der Zug bleibt im nächtlichen Boizenburg stehen, und wir sitzen dumm da.

Da stehen wir und warten…

Zum Glück sind die Jungs von EV4rent, dem Hamburger Autovermieter, so genial und bieten an, den Leihwagen bis nach Boizenburg zu bringen, wo wir ihn übernehmen können! Auch an dieser Stelle nochmal herzlichen Dank für diese Aktion! Gegen Mitternacht sind sie mit zwei Autos vor Ort – der Fahrer muss ja auch irgendwie wieder zurück und nimmt, wenn er schon wieder nach Hamburg fährt, direkt noch weitere Gestrandete mit.

Nächtliche Übergabe des IONIQ

Die Übergabe verläuft schnell und problemlos, und gegen ein Uhr geht es im gemieteten IONIQ nach Hause. Zwei kurze Ladepausen…

Kurzer Ladestopp in Wismar

…und gegen vier Uhr sind wir endlich, geschafft und glücklich, wieder daheim.

Und da ist er, der Hyundai IONIQ:

Der Hyundai IONIQ

Dass wir in den nächsten Tagen das Auto ausgiebig testen – und uns daran noch ausgiebiger erfreuen – versteht sich von selbst. Wenn dann der Leaf angekommen ist und die ersten Fahrten unternommen sind wird Benedikt in einem Video noch auf die Unterschiede der beiden Elektroautos eingehen, aber das ist dann wieder ein neuer Beitrag…

 

 

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E-Scooter – mal kurz zum Bäcker und zurück

Männer sind einfach groß gewordene Spielkinder, das ist nun mal so. Und da sich die Gelegenheit gerade ergab hat Benedikt ein neues Spielzeug erworben:

Also ein kleines Spielzeug:

Bei dem Spielzeug handelt es sich um einen „K1 Hammer“: Ein Scooter mit Straßenzulassung, 18kg Gewicht, einer Reichweite bis 35km (offiziell, also bei uns „Leichtgewichten“ realistisch wohl um die 20 bis 25km), einer Höchstgeschwindigkeit von 25km/h (offiziell, aber wir waren knapp dran) und einer Motorleistung von 350 Watt.

Natürlich ist so ein Scooter in erster Linie ein Spaßgerät und dient bestenfalls für kurze Fahrten zum Bäcker und zurück. Der Neupreis ist mit 1690€ etwas ambitioniert, aber wenn man es für einen Bruchteil (kaum) gebraucht bekommen kann… dann schlägt man halt zu.

Und außerdem weckt so ein kleiner Scooter durchaus die Lust an “richtigen” Elektrofahrzeugen!

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